Das MH17-Unglück und das unmögliche Szenario des Buk-Beschusses – Kapitel 2: Der Weg der Buk quer durch die Ostukraine

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Kapitelübersicht: Kapitel 1: Girkin plus weitere allgemeine Aussagen und Indizien | Kapitel 2: Der Weg der Buk quer durch die Ostukraine | Kapitel 3: Die Zeugenaussagen & Kapitel 4: Seitenschweller der Buk 3×2 /××2 | Kapitel 5: Der Militärkonvoi in Russland & Kapitel 6: Das Feuerleitsystem | Kapitel 7: Lugansk | Kapitel 8: Snizhne | Kapitel 9: Das Bild des vermeintlichen Raketenstarts

Das ist einer der wichtigsten Punkte in dem gesamten Bericht, der sich komplett auf die Ermittlungen des Bellingcat -Teams stützt!

Punkt 1: Der unbekannte Weg (Correctiv-Bericht)

Ich fange direkt beim ersten Bild an, das den Weg der Buk darstellen soll:

Bild 12

Der unbekannte Teilweg, der hier im Bild 12 von Correctiv eingezeichnet wurde (blau gestrichelte Linie), ist nicht korrekt. Da nämlich die Buk ××2, Bildaufnahmen zufolge, zuerst in Donezk gesichtet wurde (das war das erste Bild von diesem Buk-System, welches überhaupt veröfentlicht wurde – Bild 48), kann die Wegrichtung nur von Donezk ausgehend Richtung Lugansk führen. Somit muss der unbekannte Abschnitt um eine weitere Linie ergänzt werden – zu der blau gestrichelten Linie kommt noch die von mir eingezeichnete durchgezogene blaue Linie dazu (siehe Bild 13).

Bild 13

Damit verlängert sich der von Correctiv eingezeichnete unbekannte Weg von 180 km auf 330

km.

Punkt 2: Die Militärbasis nördlich von Donezk (48°5’53″N 37°45’17″E)

Um eine mögliche Herkunft der Buk klären zu können, muss natürlich allen Hinweisen nachgegangen werden. So schreibt das Correctiv-Team zu den Bildern von der Militärbasis nördlich von Donezk, die von russischer Seite präsentiert worden sind, Folgendes:

Die gleiche Basis kann man auch in besserer Auflösung bei Google finden. Das besondere dabei: Seit Jahren hat sich der Fahrzeugbestand dieser Basis nicht geändert. Die Fahrzeuge stehen zudem offensichtlich immer an der gleichen Stelle. So als würde nichts bewegt.

Das stimmt so nicht! Nachfolgend die Bilder, die öfentlich über Google Earth zugänglich sind: Am 07.03.2013 (Bild 14) – auf der Basis sind diverse Fahrzeuge zu sehen.

Bild 14

Das nächste Bild ist ca. ein Jahr später gemacht worden am 28.04.2014:

Bild 15

Wie sich unschwer erkennen lässt, hat sich Einiges bewegt.

Nachfolgend aktuellere Bilder der Basis.

Auf diesen Bildern (Bilder 16 und 17) vom 19.06.2014 sind einige zusätzliche Fahrzeuge zu sehen,die vorher nicht da waren:

Bild 16
Bild 17

Des Weiteren ist auf den Bildern 18 (vom 28.04.2014) und 19 (vom 02.07.2014) eine Buk zu sehen, deren „Drehturm“ ebenfalls bewegt worden ist (wobei das Fahrzeug als solches nicht direkt zu erkennen ist, aber die Ähnlichkeit ist relativ hoch).

Bild 18
Bild 19

Am 02.07.2014 (Bild 20) ist ein Teil der Fahrzeuge, die am 19.06.2014 (Bild 16) zu sehen waren, nicht mehr vorhanden.

Bild 20

Zwischen dem 02.07.2014 und dem 21.07.2014 gab es ebenfalls Bewegung (Bilder 21-23)

Bild 21
Bild 22
Bild 23

Zur Theorie der russischen Seite:

Von russischer Seite aus wird behauptet, dass die in den Bildern 18/19 sichtbare Buk (rot eingekreist) am 17.07.2014 nicht mehr dort stand (Bild 24).

Ich kann nicht belegen, ob sie an dem Tag dort stand oder nicht, aber ich kann zeigen, dass sie in dem Zeitraum zwischen dem 02.07.2014 und 21.07.2014 bewegt worden ist.

Buk-M1 – Konturen und Markierung der Drehrichtung des Turms (Bild 25 vom 02.07.2014):

Bild 25

Im nachfolgenden Bild, das am 21.07.2014 aufgenommen wurde, markiere ich die Buk ebenfalls und zeige, wie die Ausrichtung des Drehturms am 02.07.2014 und am 21.07.2014 im Vergleich zueinander war.

Bild 26

Der Aufnahmewinkel des Satelliten spielt hierbei kaum eine Rolle, da dieser – wie ganz oben an den Konturen des Gebäudes im Bild zu sehen ist – nur geringfügig abweicht. Der Winkel kann zwar die Darstellung der Schatten beeinträchtigen, allerdings kann er nicht – bzw. nur in sehr geringem Maße – die Position des Drehturms in Bezug zum Unterwagen verändern. Somit ist die Version, dass die Buk am 17.07.2014 nicht dort stand, weder belegt, noch widerlegt. Was anhand dieser Bilder aber ersichtlich wird, ist, dass jemand ganz gründlich versucht hat, den Drehturm in dieselbe Position zu bewegen, wie es am 02.07.2014 der Fall war.

Darüber hinaus gibt es zwei Indikatoren, die für die Behauptung der russischen Seite sprechen. Das ist zum Einen eine Aufälligkeit bei den beiden Aufnahmen, die am 02.07.2014 und 21.07.2014 gemacht worden sind, und zum Anderen eine Ungenauigkeit von Google, die ich auch anhand von Bildern aus meiner unmittelbaren Umgebung aufzeigen werde. Wir begeben uns hierbei allerdings in den Bereich von Spekulationen.

Bei folgendem Fahrzeug (Bild 27) gibt es eine Aufälligkeit:

Bild 27

Es folgen nun chronologisch geordnete Bilder, die auf eine mögliche Fälschung hinweisen:

Bild 28
Bild 29
Bild 30

Auf den Bildern 28-30 sind die Konturen des Fahrzeugs und des Gebäudes rechts daneben verschwommen – so, wie es für ein Bild mit dieser Aufösung normal ist. Nachfolgend nun die Aufnahme vom 21.07.2014:

Bild 31

Das Fahrzeug wirkt wie ins Bild montiert. In Bild 32 habe ich die aufälligen Konturen nachgezeichnet.

Bild 32

Es ist ganz deutlich zu sehen, dass nur auf Höhe des Fahrzeugs eine Unregelmäßigkeit in der Kontur des nebenstehenden Gebäudes zu verzeichnen ist – die übrige Kontur des Gebäudes ist der Bildqualität entsprechend verschwommen, aber gerade. Diese Unregelmäßigkeit gibt es auf keinem der vorherigen Satellitenbilder! Um den Farbunterschied in der Kontur des Gebäudes zu verdeutlichen, habe ich zwei farblich identische Punkte in das Bild montiert (Bild 32). Der Farbunterschied auf Höhe des Fahrzeugs ist dadurch leicht erkennbar. Desweiteren sieht man sogar mit bloßem Auge, dass die Fahrzeuge auf den Bildern 30 und 31 unterschiedlich groß sind (auf Bild 29 ist der Aufnahmewinkel deutlich anders, weshalb das Bild für einen Vergleich nichtherangezogen werden kann).

Am 24.07.2014 – nur wenige Tage nach dem Abschuss der MH17 – wurde die nächste Aufnahme gemacht (siehe Bild 33), auf der das Fahrzeug nicht mehr vorhanden ist. Die Konturen des Gebäudes weisen ebenfalls keine Unregelmäßigkeiten mehr auf.

Bild 33

Begeben wir uns nun in den spekulativen Bereich. Die russische Seite sagt, es sei keine Buk am 17.07.2014 dort verortet gewesen. Man nehme die obige Buk (Bilder 29-32), positioniere sie in beinahe exakt derselben Stellung, an der von den Russen bemängelten Position. Schließlich wird in eben diese Position ein früheres Bild der Buk reinkopiert. So könnte das Bild am 21.07.2014 (Bild 31) entstanden sein. Am 24.07.2014 (Bild 33) wird das Duplikat der Buk nicht mehr ins Bildmontiert und schon sieht es so aus, als hätten die Russen bezüglich der Abwesenheit des Fahrzeugs gelogen und hätten dieses kurz darauf nachträglich entfernt. Wie bereits erwähnt, ist das allerdings reine Spekulation und kann kaum nachgewiesen werden.

Kommen wir nun zu der Ungenauigkeit bei Google. Google keinen einwandfreien Zeitstempel. Das werde ich an Bildern aus meiner direkten Nachbarschaft zeigen (achtet auf den Zeitstempel).

Bild 34

Wie an dem Zeitstempel zu sehen ist, wurde das Bild am 31.10.2000 gemacht. Allerdings hat Ende 2004 erst einmal der Bau dieser Häuser begonnen – im Jahr 2005 (das linke im März, das rechte im Juli) erfolgte die Fertigstellung. Wie und warum die beiden Häuser hier reingekommen sind, weiß ich nicht! Die Aufnahmen vom Jahr 2005 (Fertigstellung der beiden Häuser) unterscheiden sich von Bild 34 ebenfalls (siehe Bild 35). In Bild 34 ist beim linken Haus der Parkplatz vor dem Haus bereits fertiggestellt (das war aber erst 2006/2007 der Fall) und in Bild 35 ist nach wie vor die gemeinsame Baustraße zu sehen.

Bild 35

Punkt 3: Bellingcat

Der gesamte Bericht von Correctiv stützt sich, wie oben bereits erwähnt, auf die Recherche der Bellingcat-Gruppe2https://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2014/11/bellingcat_-_bericht.pdf. Auch hier sind einige Punkte vorhanden, deren Erklärung nicht ganz so einfach ist, wie es vom Correctiv- und vom Bellingcat-Team dargestellt wird.

Punkt 3.1: Der Tiefader

Auf Seite 5 und 12 des Bellingcat-Berichtes steht Folgendes:

Über die Telefonnummer an der Seite des Tiefladers kontaktierte Paris Match den Inhaber der Firma, der behauptete der Truck wurde ihm von den Separatisten gestohlen und er wäre einzigartig in dieser Region.

Seite 5

Durch die Untersuchung älterer Satellitenbilder von der Firma, bei der der Tieflader beschlagnahmt wurde, ist es möglich, einen roten Tieflader mit einer weißen Kabine zu identifizieren, von denen überhaupt nur einer an dieser Stelle vorhanden ist. Durch den Vergleich von Satellitenbilder vom 24. Juli 2014 und 9. August 2014 wird deutlich, dass der Tieflader in dieser Zeit bewegt wurde, was mit der Nutzung am 6. August zusammenpasst.“

Seite 12

Hier steht die Aussage des Firmenbesitzers bzw. die im Bericht auf Seite 5 wiedergegebene Aussage im Widerspruch zu dem auf Seite 12 Dargelegten – nachweislich hat sich der Laster nach dem 17.07.2014 (24. Juli 2014 und 9. August 2014) auf seinem Firmengelände befunden und war somit zu diesem Zeitpunkt nicht gestohlen.

Es war nicht schwer, dort anzurufen3http://www.cm.ua/contacts.html die Seite ist mittlerweile gelöscht worden allerdings kann man im Cach die noch anschauen und sehen das die noch 2015 aktiv war https://web.archive.org/web/20150126172854/http://www.cm.ua/contacts.html. Beim Telefonat hat mir der Besitzer ebenfalls bestätigt, dass der Laster gestohlen worden war, als ich allerdings nachfragte, wann und von wem genau, winkte er ab und sagte: „Ich arbeite dort nicht mehr und ich weiß nicht, wer Sie sind daher werde ich nicht weiter reden.“ Auf die grundsätzliche Angst der Menschen komme ich im Kapitel 3 zurück.

Des Weiteren schreibt Bellingcat, dass sich dort nur ein Tiefader befand. Allerdings sehe ich auf beiden Bildern (Seite 12 des Berichts) einen weiteren Lkw, der dem “gestohlenen“ sehr ähnelt (siehe Bild 36). Anhand der beiden von mir eingefügten roten Linien (Orientierungshilfe) ist zu sehen, dass auch dieser Lkw bewegt worden ist.

Bild 36

Und es gibt noch mehr Unstimmigkeiten:

Am 21.07.2014 war der besagte Tiefader auch noch da (Bild 37):

Bild 37

Im Bild 38 ist ein weiterer Tiefader zu sehen. Die Lkws oben rechts im Bild sind vermutlich eher Stückguttransporter, da ein Tiefader immer breiter ist, als ein normaler Lkw.

Bild 38

In Bild 39 stehen auf dem Firmengelände sogar noch mehr Tiefader, die dem im Bericht genannten Tiefader ähneln:

Bild 39

Nach der Sichtung dieser Bilder wirkt die Aussage des Mannes der dort arbeitet oder gearbeitet hat, darüber dass der Tiefader „einzigartig in dieser Region“ wäre, sehr zweifelhaft! Wir sehen, dass es ofensichtlich mehrere dieser Tiefader gibt, wobei es eigentlich nur einen roten mit weißem Fahrerhaus geben sollte. Es besteht demnach also die Möglichkeit, dass der fragliche Tiefader zwar trotzdem gestohlen worden sein könnte, nur ist er eben über die Bilder nicht einwandfrei identifzierbar. Genau das tut aber Bellingcat und verfälscht dadurch die Sachlage.

Da die Webseite der Firma ziemlich aktuell gehalten wird, gehe ich davon aus, dass die Firma bis heute (Stand April 2015) existiert. Die letzte Aktualisierung der Preisliste4http://www.cm.ua/prices.html fand am 01.01.2015 statt und der Volvo-Tiefader wird immer noch zur Vermietung angeboten5http://www.cm.ua/technics.html (https://web.archive.org/web/20140803064436/http://www.cm.ua/technics.html inzwischen ist die Seite offline). (siehe Bild 40).

Bild 40

Punkt 3.2: Twitter

Im gesamten Bellingcat-Bericht tauchen immer wieder Verweise auf Twitter auf. Es wird damit versucht, den Weg der Buk zu rekonstruieren. Wie folgendes Beispiel beweist, sind die Zeitangaben absolut nicht zuverlässig: „Tweet veröffentlicht um 12:41 Uhr“ (Seite 6 des Bellingcat-Berichtes), siehe Bild 41.

Bild 41

Folgt man dem Link –https://twitter.com/spice4russia/status/489

706440899432449 – sieht man den Zeitstempel der Nachricht 02:41 Uhr (siehe Bild 42 – leider ist die Qualität schlecht). Inzwischen (2022) wurde die Zeit auf 11:41 Uhr (12:41 Ortszeit Ukraine) korrigiert. Daraus lässt sich schlussfolgern: Der Zeitstempel und der damit verbundene Versuch, den Weg der Buk zu rekonstruieren, sind unplausibel.

Bild 42

Dass auf Twitter am 17. Juli etwas über die Buk geschrieben wurde, ist nicht von der Hand zu weisen, allerdings ist das als Nachweis für ein Bewegungsmuster nicht ausreichend.

Auf Seite 7 des Berichts gibt es abermals diverse Verweise auf Twitter. Die Zeiten sind allerdings kaum nachvollziehbar! https://twitter.com/MOR2537/status/489702736766586880

Erster Tweet:

Bild 43

Letzter Tweet:

Bild 44

Da diese Tweets Augenzeugenberichte sein sollen, müssten sich die Leute direkt vor Ort und somit in derselben Zeitzone befnden. Errechnet man die zeitliche Diferenz aus der von dem Twitter-Nutzer Roman im Tweet (siehe Bild 43) erwähnten Zeit und dem von Twitter erzeugten Zeitstempel desselben Tweets – 12:10 Uhr und 02:26 Uhr – so ergibt sich eine Zeitspanne von 9:44 Stunden. Es ist davon auszugehen, dass der Twitter-Nutzer um kurz nach 12:10 Uhr Ortszeit (vermutlich etwa 12:26 Uhr), nachdem er die Buk gesichtet hatte, den Tweet abgesetzt hat und Twitter dann den Zeitstempel gemäß der Systemeinstellungen desjenigen gesetzt hat, der diese Bildschirmaufnahmen der Tweets gemacht hat (02:26 Uhr). Anhand dieser Überlegung müsste von allen anderen Zeitstempeln der aufgenommenen Tweets ebenfalls etwa 10 Stunden rückwärts gerechnet werden, um auf die tatsächliche Ortszeit der Twitter-Nutzer schließen zu können. Das alles geht natürlich nur unter der Voraussetzung, dass die zur Analyse herangezogenen Zeiten in den Tweets der jeweiligen Ersteller korrekt und wahrheitsgemäß erfasst wurden und dass Twitter zu diesem Zeitpunkt ebenfalls technisch korrekt funktioniert hat – nur dann können diese Meldungen auch für die Rekonstruktion des Weges der Buk verwendet werden. Wenn man jetzt aber die oben hergeleiteten 10 Stunden zeitlicher Diferenz beim letzten Tweet (Bild 44) anwendet (10 Stunden auf den von Twitter gesetzten Zeitstempel dazu rechnen), so ergibt sich für den abgesetzten Tweets Ortszeit von 00:49 Uhr (dann bereits am 18.07.2014). Zu diesem Zeitpunkt hat aber schon die ganze Welt gewusst, dass die MH17 abgeschossen worden ist. Die Meldungen werden, wie bereits erwähnt, echt sein. Allerdings ist es höchst fragwürdig, ob sie ausreichen, um genau bestimmen zu können, wo die Buk zu welchem Zeitpunkt gewesen ist.

Punkt 3.3: Die Anzahl der Raketen, die das Buk-System mit sich führte.

An dieser Stelle möchte ich näher auf die Anzahl der Raketen der Buk ××2, die sich von Donezk nach Lugansk bewegt haben soll, eingehen.

Ich habe einige Bilder gefunden, auf denen die Abschussrampen sich in einem ähnlichen Blickwinkel befnden, wie die auf dem ParisMatch-Foto (Seite 4 des Bellingcat Berichtesoder Bild 48). Es folgen nun einige dieser Bilder. Das Augenmerk liegt auf der zweiten, mittleren Rakete(siehe rote Kreismarkierung):

Bild 45
Bild 46
Bild 47

Und nun folgt das Paris-Match-Foto mit derselben Markierung:

Bild 48

Irgendwo an der von mir markierten Stelle im oberen Bild müsste die nächste Rakete zu sehen sein, was aber nicht der Fall ist. Ich versuche das mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms zu verdeutlichen.

Schritt 1: Erstmal werden die Konturen der im Bild 48 sichtbaren Rakete markiert:

Bild 49

Schritt 2: Duplizieren der ersten und Einfügen der zweiten Rakete auf ungefähr den richtigen Platz.

Bild 50

Schritt 3: Ergebnis mit zwei Raketen:

Bild 51

Schritt 4: Ich markiere die Konturen der zweiten Rakete.

Bild 52

Schritt 5: Die von mir montierte Rakete wird entfernt und nur die Konturen bleiben übrig. An dieser Stelle dürften weder Blätter, noch Bäume oder Himmel zu sehen sein!

Bild 53

Schritt 6: Nach Veränderung von Kontrastes und Farbsättigung sieht das Bild so aus (Bild 54) – die zur Buk gehörigen Konturen sind grün markiert:

Bild 54

Es ist sehr gut zu erkennen, dass sich dort keine Rakete befndet. Selbst, wenn die Stelle, von der ich annehme, dass sich dort die Rakete befnden müsste, nicht ganz korrekt ist, so müssten zumindest Ansätze einer Rakete zu erkennen sein. Da dies nicht der Fall ist, ist davon auszugehen, dass sich neben der ersten keine zweite Rakete auf der Abschussrampe befndet.

Nun komme ich zu der Aufnahme der Buk, die viele Wellen geschlagen hatte6Die Ukrainische Seite behauptete erst das diese Buk es gewesen ist, allerdings stellte sich später heraus das es nachweislich deren eigene Buk war, wonach es still wurde um dieses System.. An dieser Stelle möchte ich jedoch nur auf die Raketen eingehen.

Hier das Standbild aus einem Video (nicht mehr verfügbar):

Bild 55

Aus dieser Perspektive sind sogar drei Raketen erkennbar!

Selbst im nächsten Standbild (desselben Videos) ist die zweite Rakete noch zu sehen, obwohl der Aufnahmewinkel gegenüber des Paris-Match-Bildes (Bild 48) deutlich ungünstiger ist.

Bild 56

Hier die Aufnahmewinkel der beiden Bilder im Vergleich:

Bild 57
Bild 58

Der Neigungswinkel der eingezeichneten roten Linien ist identisch, lediglich die Länge der unteren Linie ist bedingt durch das Bild etwas eingekürzt. Anhand dieser Linien ist erkennbar, dass der Lkw in Bild 56 einen deutlich ungünstigeren Winkel aufweist, um zu erkennen, wie viele Raketen das System mit sich trägt. Doch trotz dieses äußerst ungünstigen Blickwinkels sind zwei Raketen in Abschussrampe zu erkennen.

Es folgen nun die Bilder, die in Snizhne aufgenommen wurden:

Bild 59

Hier in der Vergrößerung:

Bild 60
Bild 61

Da alle Raketen, die bei der Buk M1 eingesetzt werden, nahezu dieselbe Länge haben, ist es ausgeschlossen, dass sich bei dieser Buk in der Abschussrampe mittig noch zwei Raketen befnden. An Bild 61 ist ganz deutlich erkennbar, dass die Buk lediglich zwei Raketen geladen hat.

Auf dem nächsten Bild (Standbild aus einem anderen Video7Das Video soll die Buk zeigen kurz bevor sie in Position zum Abschuss der MH17 war.) lässt sich auf den ersten Blick nichts erkennen. Dieses Video wurde an demselben Ort und nur kurze Zeit nach dem Video, aus dem obiges Standbild (Bild 59) entstammt, gedreht. Schaut man etwas genauer hin, lassen sich an der linken und rechten Seite der Buk (Bild 62) etwas längere Konturen erkennen, als in der Mitte. Da es an diesem Bild schlecht zu erkennen ist, handelt es sich hierbei eher um eine Vermutung – es könnte auch das Feuerleitradar sein, aber dazu später mehr.

Bild 62

Sehen wir uns nun an, wie viele Raketen die Buk bei der „Evakuierung“ nach Russland geladen hatte. Ich weise darauf hin, dass ich später noch auf die Echtheit des Videos, das beim Abtransport in Lugansk aufgenommen wurde, eingehen werde – diesen Umstand bitte im Hinterkopf behalten. Die unten abgebildeten Buk-Systeme (Bilder 63-65) weisen einen ähnlichen Aufnahmewinkel und eine ähnliche Entfernung von der Kamera auf, wie die Buk in Bild 66, wobei die Buk in Lugansk leicht nach vorne geneigt war, was den sichtbaren Abstand der Raketen aber nur unwesentlich verändert.

Bei dem ersten Bild habe ich zwei Linien eingezeichnet und diese auch in die nachfolgenden Bilder eingefügt. Die Linien sind in der Länge absolut identisch, damit der Abstand zwischen den Raketen ersichtlich wird. Beim zweiten Bild habe ich zusätzlich die Rakete gelb markiert, damit beim letzten Bild ersichtlich wird, dass die Turmstellung und die Raketengröße beinahe identisch sind.

Bild 63
Bild 64
Bild 65
Bild 66

In Bild 65 habe ich die Markierungen an die Raketenspitzen gesetzt. Damit lässt sich problemlos erkennen, dass mindestens 3 Raketenspitzen auf Bild 66 im Verlauf der roten Linie zu sehen sein müssten. Die letzte Rakete müsste sich entweder am Ende der Linie oder kurz danach befnden (was auch der Fall ist).

Fazit zu Punkt 3.3:

Die Buk ××2 hatte die ganze Zeit über lediglich 2 Raketen geladen – sowohl in Donezk, als auch während des Transports nach Lugansk.

Punkt 4: Der Weg von Donezk nach Lugansk

Ich habe hier dasselbe gemacht, wie das Correctiv-Team, und den Weg der Buk nachkonstruiert. Folgendes ist dabei herausgekommen:

Im Folgenden nun die Strecke mit dem zugeordneten Bildmaterial.

Abschnitt 1: Die Strecke Donezk – Torez

Bild 68

Abschnitt 2:

Der Weg von Torez nach Snizhne wird von den Correctiv Reportern so dargestellt:

Bild 69

Dieser Weg ist nicht korrekt! Denn anhand der Sichtung in Snizhne lässt sich folgender

Weg rekonstruieren (siehe Bild 70):

Bild 70

Die Bewegung der Buk in diesem Abschnitt wirft Fragen auf:

Würde man das Ziel haben, sich nördlich des Ortes zu positionieren, würde man auf der Straße H21 bleiben. Das entspricht aber nicht dem Vorgehen der Aufständischen! Diese haben stattdessen die H21 verlassen, das Buk-System vom Lkw entladen und sind mit der Buk mitten durch die Stadt gefahren. Dieses Vorgehen ergibt keinen Sinn, wenn man vorgehabt hätte in kürze, ein Flugzeug abzuschießen. Es ergibt ebensowenig Sinn, wenn man eine Verteidigung hätte aufbauen wollen. Das Vorgehen ist generell recht sinnfrei, es sei denn, man möchte einfach nur herumfahren und irgendeine Art Übung durchführen. Das Bellingcat-Team bestätigt selbst, dass die Buk sich nach Süden bewegt hat, und dies lässt sich an Punkt T0522 im Bild 70 auch erkennen.

Auf die Zeugenaussagen in Snizhne, welche das Correctiv-Team publizierte werde ich später eingehen.

Abschnitt 3:

Der „Abtransport“ von der vermeintlichen Abschussstelle.9Dieser Weg ist grundsätzlich fraglich, was im Lugansk Kapitel sichtbar wird. Folgendermaßen wird es im

Correctiv-Bericht dargestellt:

Bild 71

Und nachfolgend ist dargestellt, wie der Weg eigentlich aussehen müsste, wenn man den

Geolokationen von Bellingcat und Correctiv folgt:

Die vom Correctiv-Team und von mir dargestellte Strecket unterscheidet sich im letzten Abschnitt. Dieser Teil der Strecke vor Lugansk wirft Fragen auf.

So muss der Tiefader gefahren sein:

Bild 73

Diese Route ergibt sich aus der letzten bekannten Fahrtrichtung des Tiefaders (siehe Bild 74):

Bild 74

Nun stellt sich folgende Frage:

Wenn die Aufständischen wussten, dass sie ein Passagierfugzeug abgeschossen haben (die Aufnahme in Lugansk soll laut Correctiv nach dem Abschuss entstanden sein) und die Abschussrampe wieder nach Russland verschwinden sollte, warum umfahren sie die Stadt nicht und begeben sich nicht direkt in östliche Richtung nach Russland?

Stattdessen muss der Tiefader links auf die E40 eingebogen sein, um dann mitten in die Stadt zu fahren. Dabei fahren die Aufständischen nicht einmal auf der Schnellstraße weiter, sondern auf einer Nebenstraße, die allerdings ebenfalls durch ein bewohntes Gebiet führt.

Der Hergang erscheint absolut unlogisch. Doch diese Frage wird in Kapitel aufgeklärt.

Kapitelübersicht zum MH17 Unglück am 17. Juli 2014

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